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| In den ersten Betriebsjahren wurden auf der Braunschweigischen Eisenbahn
Plattformwagen eingesetzt. Diese Waggons waren zunächst noch nicht
mit einem Abort ausgestattet. So muß es sich eingebürgert haben,
daß auf der Fahrt die Plattform als Abort benutzt wurde. Schließlich
wurde berichtet, daß sich ein Reisender im Winter zu weit von der
Plattform hinausgelehnt habe und abgerutscht sei, als er gerade sein Geschäft verrichtete. |
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| Es war an einem Juli - Tag 1993. Meine Frau und ich hatten beschlossen,
der Selketalbahn einen Besuch abzustatten, nachdem wir die Harzquerbahn
schon des öfteren mit Kameras bewaffnet besucht hatten. Früh
morgens machten wir uns auf den Weg, hatten wir doch mehr als eine Stunde
mit dem Auto zu fahren. Nach 8.00 Uhr hatten wir die Gleise erreicht,
jetzt galt es, den nächst möglichen Zug unter Zuhilfenahme des
Fahrplans und einer Landkarte abzupassen. Unsere Wahl fiel auf Friedrichshöhe,
da dort eine Zugbegegnung stattfinden sollte. Mit Kamera und großem
Regenschirm (es hatte zu nieseln angefangen) ging es auf den Bahnsteig.
Wir positionierten uns etwa in der Mitte des Bahnhofbereiches, um beide
Zugeinfahrten gut sehen zu können. Wir mußten noch eine Weile
warten, bis der 1. Zug einfuhr. Der Nieselregen wurde immer stärker,
obwohl wir am Ausgangspunkt unseres Ausfluges bestes Wetter gehabt hatten.
Nun begann die Stimmung zu sinken, da es doch noch früh am Morgen
war und das Wetter immer schlechter wurde. Meine Frau spannte den großen
Regenschirm auf, so das wir und die Kamera nicht naß wurden. Endlich fuhr der erste Zug aus Richtung Stiege ein. Bespannt war er mit der 99 7233, die Tender voran in das Gleis 1 einfuhr. Am Haken hatte sie 2 KBi Wagen und einen Packwagen. Der Zugbegleiter stieg aus und ging zur Lok. Was wir nicht sehen konnten: auch der Heizer war abgestiegen. Es dauerte eine Weile, als plötzlich von der Lok Auspuffschläge zu hören waren. Die Lok war abgekuppelt worden und fuhr nun über die Weiche bis zu dem Punkt, an dem Rangierfahrten zu enden haben, um um den Zug umzusetzen. Da wurde es mir klar: Es sollte hier ein Lokwechsel stattfinden. Nachdem die Weiche umgelegt war, konnte die 233 an uns und am Zug vorbei fahren bis hinter die Weiche auf der gegenüberliegenden Bahnhofsseite. Jetzt war ein Pfiff zu hören, aus Gernrode näherte sich 99 7232 mit einer entsprechenden Zuggarnitur. Kessel voran fuhr der Zug in Gleis 2 ein. Die Lok hielt genau vor unserer Nase, so das wir das Abkuppeln prima beobachten konnten. Danach setzte die 232 vor, und kam über die Weiche zurück bis zum Zug in Gleis 1. Nachdem die Weiche wieder umgestellt war, konnte die 233 jetzt vor ihren neuen Zug fahren. Inzwischen schüttete es aus vollen Kannen, jedoch hielt es uns nicht davon ab, das Geschehen weiter zu verfolgen. Der Zugbegleiter bedauerte uns, da wir uns seiner Meinung nach den feuchtesten Tag des Jahres ausgesucht hatten. Der Heizer der 233 stieg herunter und begann, seine Seite anzukuppeln, es dauerte eine Weile, dann kam auch der Lokführer hinter der Lok zum Vorschein. Freundlich hob er seine Mütze und wünschte uns einen guten Morgen. Er kuppelte seine Seite an und begrüsste anschliessend den Zugbegleiter seines neuen Zuges. Nach der Bremsprobe wurde es Zeit abzufahren, mußte doch die 232 auch noch um ihren Zug herumfahren. Der Lokführer der 233 verabschiedete sich von uns, als er in Richtung Stiege losdampfte. Meine Frau erwiderte: "Wir sehen uns bestimmt noch!" Kaum war der Zug auf der Strecke, konnte die 232 über das nun freie Bahnhofsgleis ihren neuen Zug umfahren, ankuppeln und nach Gernrode abdampfen. So einen Lokwechsel hatten wir noch nicht erlebt, und es ist interessant, wie kompliziert es vonstatten geht, wenn nur 2 Bahnhofsgleise und zwei Weichen zur Verfügung stehen. Jetzt ging es nach Stiege, sollte doch dort die 233 durch die Wendeschleife fahren, um weiter nach Eisfeldertalmühle zu kommen, ohne abzukuppeln. Wir waren gerade in Stiege angekommen, als der Zug schon einfuhr. Der Zugbegleiter musste noch eine Weiche aufschliessen, so das wir einen guten Fotostandpunkt an der Wendeschleife einnehmen konnten. Jetzt kam 99 7233 aus dem Bahnhof heraus und durchfuhr mit quietschenden Radreifen den Gleisbogen. Dabei war auch der Bahnübergang zu überqueren, so das ein Pfiff zu hören war. Als die Lok aus der Wendeschleife zurückkam, erwarteten wir einen erneuten Pfiff. Doch das war nicht alles, was die Lok von sich gab. Der Lokführer hatte extra für uns das Läutewerk betätigt und winkte uns (wohl eher meiner Frau) zu, als er an uns vorbei fuhr. Diese Geschichte habe ich bis heute gern in Erinnerung behalten, da mich die Sache mit dem Läutewerk sehr beeindruckte und da die Personale besonders freundlich waren. Der Lokführer ist den Lesern der Harzbahnpost übrigens kein Unbekannter, es war Hr. Maerten aus Nordhausen. Hiermit sei einmal Dank gesagt. Nun wurde auch das Wetter besser und wir konnten noch schöne Aufnahmen im Selketal machen. |
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| Wer kennt ihn nicht, den Spruch: Blumen pflücken verboten. Oft wurde gescherzt - über die Geschwindigkeit der Schmalspurbahnen oder normalspuriger Nebenbahnen. Man beschrieb die niedrige Geschwindigkeit damit, dass man während der Fahrt absteigen, Blumen pflücken und wieder aufspringen könnte. So war ein Verbot geboren: "Blumen pflücken" verboten. Dieses Verbot fiel mir als Überschrift zu folgendem Erlebnis ein:
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Eines meiner schönsten Zugbegleiter - Erlebnisse war der Auftritt eines
Zugbegleiters im ICE auf der Strecke Hannover - Würzburg nach dem Personalwechsel
in Fulda: |
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| Schilderung der infrastrukturellen Verhältnisse am nördlichen Harzrand,
Schilderung des damaligen Grenzübersichtspunktes Eckertal, der im Westen
zum unmittelbar an der DDR Grenze gelegenen Ort Stapelburg im Osten lag. Am 11.11.1989 wurde die Grenze zwischen Stapelburg und Eckertal geöffnet. Mit einigen erläuternden Worten wird die Vorgeschichte der Region auf westlicher Seite vom Ende der 60er Jahre bis zum Ende der 80er Jahre beschrieben. Eckertal gehört zur Gemeinde Bad Harzburg. Bad Harzburg lag im ehemaligen "Zonenrandgebiet", der Begriff entstammt aus der Zeit vor 1970. Dieses kennzeichnete eine strukturschwache Region im Westen, die aufgrund der Grenze wenig "wirtschaftliches Hinterland" besass. Somit wurden die Verkehrswege in Richtung Grenze nicht auf den allgemeinen Stand der Technik geführt, der ansonsten in der Bundesrepublik für Verkehrswege galt, mit einigen Ausnahmen. 1945 wurde das Gleis unterbrochen, jedoch erst 1977 von Harzburg bis Eckertal abgebaut. Weitere Daten und eine bebilderte Spurensuche dieser Strecke habe ich in der Rubrik Spurensuche Harzburg - Stapelburg hinterlegt. Die von Bad Harzburg nach Braunschweig Ende der 60 er Jahre begonnene Erweiterung der B4 (Ausbau auf 4 Spuren) nahm Rücksicht auf den ehemaligen Eisenbahnverlauf. Die alte Strassenbogenbrücke der B4 über den tiefen Einschitt bekam eine teure lange vierspurige Schwester über den gleichen Einschnitt, um die Eisenbahn Harzburg -Eckertal ggf. später weiter betreiben zu können! Dazu ist es leider nie wieder gekommen. Die beiden Brücken überspannen heute einen Urwald. Eine weitere interessante Vorgeschichte hatte die alte Bundesstrasse 6 von Bad Harzburg nach Eckertal, die lange Jahre einen typischen alten gewölbten Strassenquerschnitt besaß. Jedoch fuhren eines Tages eine Menge LKW mit Teer beladen nach Eckertal und bauten diese Strasse aus. Das war ca. Anfang 1970! Man erhoffe sich anscheinend nach Ende des kalten Krieges und Anerkennung der DDR eine Grenzübergangsstelle, zu der es nicht kam (bis zum 11.11.1989). In Eckertal war ein sogenannter "Grenzübersichtspunkt", ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, insbesondere aus den Niederlanden und Dänemark. Dieser "Grenzübersichtspunkt" sah folgender Maßen aus: Die Bundesstrasse 6 endete kurz hinter dem Ortsschild, in rechtem Winkel zweigte eine Strasse ab, die parallel zur Grenze verläuft und an der die wenigen Häuser Eckertals stehen. An der Strassenmündung in Eckertal befindet sich die Gaststätte Eckerkrug. Auf der Strasse (B6) hinter der Einmündung fand kein Autoverkehr mehr statt, dort stand (mitten auf der Strasse?) ein grosser Schaukasten, der die Grenzanlagen erläuterte. Dieses geschah mit einem Modell, das einer Modellbahnlandschaft glich. "Grenzanlage" heisst: - Darstellung der Metallgitterzäune, die 3m hohe Beton-Mauer stand in der Realität zunächst noch nicht. - Hundelaufanlagen waren dargestellt. - Der Grenzstreifen wurde erläutert. - Es war beschrieben, dass es kein Niemandsland gibt, sondern dass der Grenzzaun zurückgezogen auf DDR Territorium steht. Die eigentliche gemeinsam zwischen DDR und Bundesrepublik vermessene Grenze wurde durch weisse Holz-Pfähle mit roter Kappe und Schildern "Halt, hier Grenze" oder "Halt, Bachmitte Grenze" markiert. Die DDR verwendete schwarz-rot-goldene Betonpfähle mit DDR Emblem, welche 1989 schnell Opfer der "Mauerspechte" wurden. Hier und da gab es Streitigkeiten zwischen beiden Staaten, ob Bachmitte oder Flussufer die eigentliche Grenze darstellt, Beispiele: Elbe und Ecker. Ich meine, der Schaukasten enthielt auch Schilder oder diese Erläuterungen erfolgten in dem "deutschen Haus", welches heute noch linkerhand der alten B6 aus Sicht Eckertal steht. Der eigentliche Grenzübersichtspunkt war eine ca. 3m hohe grosse Holzplattform, von der man Einblick auf die Grenzanlagen hatte und nach Stapelburg herüberschauen konnte. Vis-a-vis war ein Wachturm der Grenzposten der DDR, in dessen ehemaligen Eingang heute noch ein Museum ist. Man konnte auch den Bahndamm inklusive "NVA Depot" sehen, am alten Streckenkilometer 22,4. (Dort fand am 10.11.1991 die Lückenschlußdemo mit 50 3708 statt.) Natürlich gab es auch "landwirtschaftliches" zu sehen, Eggen und harken, um Spuren aufzudecken, NVA LKW Verkehr auf Kollonnenwegen westlich des Zaunes! Schliessvorgänge im Zaun, aufgehängte Wäsche in Stapelburg, Trabbi Verkehr in Stapelburg, all das sind Bilder, die im Kopf wieder auftauchen. Der Grenzstreifen wurde nach der Wende angeblich von Minen geräumt, ich meide es dennoch heute noch, in diesem Bereich die Wege zu verlassen. Zum 11.11.1989: Die damalige Strassenbrücke über die Ecker befand sich unmitelabar hinter der grossen Holz- plattform. 1989 war diese Brücke nicht mehr für Strassenverkehr geeignet. Am Tage der Grenzöffnung wurden Betonteile aus der Mauer entfernt, eine behelfsmässige Fußgängerbrücke über die Ecker hergestellt. Trabbis, Wartburgs usw. blieben in Stapelburg abgestellt, Menschenmassen erstürmten zu Fuss das 6 bis 7 km entfernte Bad Harzburg. Es herrschten chaotische Zustände, da es keinen Bürgersteig auf dieser Strasse gab. Taxi´s und Busse aus Bad Harzburg fuhren, alles was verfügbar war. Ein Freund von mir fuhr mit seinem Wagen sechs Mal, um Menschen in Eckertal einzuladen und nach Bad Harzburg zu fahren. Meine Mutter ludt wildfremde Menschen zum Kaffee ein, durch Zufall ausgerechnet Eisenbahner Als Dankschön erhielt ich später ein Ticket auf den Brocken für einen der ersten Züge überhaupt, er fuhr im Oktober 1991. Die erste Strassenbrücke war eine Behelfsbrücke des BGS, dieses Provisorium dauerte mehrere Jahre an. 1996 erfolgte der Streckenwiederaufbau / Streckneubau Vienenburg - Stapelburg - Ilsenburg. |
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"Weiter!" |
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(C) 2001 - (C) 2009 G. Schlender. Mailadresse: Webmaster@Voll-Dampf.de Letzte Änderung 06.03.09 |